Wie Windkanaltests Vintage Traumautos geformt haben

Wir nehmen es heute als selbstverständlich hin, dass Autos schlank, stromlinienförmig und aerodynamisch gestaltet sein sollen. Doch das war nicht immer der Fall – denken Sie beispielsweise an die kantigen Model‑T‑Autos. Sie wirkten eher wie Kutschen oder Lastwagen und waren wahrhaft klobig. Doch das späte 1920er und frühe 1930er Jahre läuteten eine neue Ära des Automobilbaus ein, und wir haben dem Aufkommen der Windkanalprüfung diese Verbesserungen zu verdanken. Im obigen Video führen die CarStuff‑Moderatoren Scott Benjamin und Ben Bowlin eine Tour durch klassische Konzeptfahrzeuge im High Museum of Art in Atlanta und erklären, wie die Windkanalprüfung das Automobil‑Design seit Jahrzehnten gestrafft hat.

Die Idee der Aerodynamik begann im frühen 20. Jahrhundert unter Automobilkonstrukteuren an Popularität zu gewinnen, da die Geschwindigkeit zu einem wichtigen Faktor wurde. Das Konzept fand bereits Anwendung in der frühen Flugzeugkonstruktion mittels Maßstab‑Windkanaltests zur Messung des Luftwiderstandsbeiwerts. Auch die Brüder Wright – Orville und Wilbur – verfolgten diese Idee bei der Entwicklung des Wright Flyer, einem Design, das berühmt‑berüchtigt 1903 abhob.

Ende der 1920er Jahre erkannten Automobilkonstrukteure, dass Windkanalprüfung auch dabei helfen kann, die Form von Karosserien zu optimieren. In den folgenden Jahrzehnten entstanden Beispiele von Windkanal‑getesteten „Dream Cars“ bzw. Konzeptfahrzeugen, darunter der Edsel Ford 40 Special Speedster von 1943. Dieses Design stellte einen radikalen Bruch mit den kantigen Karosserien der Zeit dar. Der Special Speedster Dream Car brachte fließende Linien hervor und basierte auf Windkanalprüfungen, die die aerodynamisch effizientesten Konturen ermittelt haben.

Der Chrysler Thunderbolt von 1941 wurde als „Auto der Zukunft“ angepriesen und sollte das Publikum über Aerodynamik und Strömungsformung aufklären. Er wurde im Windkanal getestet, und die Ingenieure nutzten die gewonnenen Daten in wissenschaftlichen Studien, um zu untersuchen, wie sich die Fahrzeugform bei kontinuierlicher Strömung verhält.

Als „vom Wind geformt“ gefeiert, debütierte der Chrysler Streamline X – Spitzname „Gilda“ – im Jahr 1955 und sorgte mit seiner experimentellen Karosserie, die an ein Nachkriegs‑Raketenschiff erinnert, für Aufsehen. Obwohl das Design des Streamline X zur damaligen Zeit futuristisch wirkte, war es vermutlich weit praktischer als zwei Fahrzeuge, die 1970 auf die Straße kamen: Der Lancia Stratos HF Zero und der Ferrari 512S Modulo entstanden aus einem anhaltenden Wettkampf der Automobilhersteller, das ultimative Keil‑förmige Fahrzeug zu entwickeln. Und während diese Autos den Wind mühelos durchschneiden, führte die extreme Keilform zu schlechter Sicht und miserabler Bodenfreiheit.

Obwohl diese herausragenden stromlinienförmigen Autos jeweils unterschiedlich waren, versuchten sie alle, den Wind auszutricksen. Zudem spielten sie eine wichtige Rolle in der aerodynamischen Gestaltung und zeigten, dass die Feinabstimmung eines Fahrzeugs, das die Luft effizient durchschneidet, nur mittels Windkanalprüfung erreicht werden kann.

Enzo Ferrari, bekannt dafür, leistungsstarke V12‑Motoren in seine Sportwagen einzubauen, bemerkte einst: „Aerodynamik ist für die, die keine Motoren bauen können.“ Kürzlich verbrachte sein namensgebundener Konzern mehr als 1.000 Stunden im Windkanal mit einem Modellfahrzeug, um seine Aerodynamik zu perfektionieren.

AUTOR

Sabine Klein

Food-Journalistin

Sabine Klein ist Verkehrspsychologin und Sicherheitsexpertin mit Fokus auf Fahrsicherheit und Unfallprävention.

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