Warum hältst du den Atem an in einem Tunnel? Und andere Aberglauben beim Fahren

Aberglaube lässt sich nur schwer abschütteln. Wer fühlt sich nicht ein wenig glücklicher, wenn er eine Münze auf dem Gehweg findet (natürlich mit dem Kopf nach oben)? Aberglaube und rituelle Handlungen sind oft dann am stärksten, wenn zugrunde liegende Ängste und Unbehagen im Spiel sind. Würden Sie am Freitag, den 13., dreist unter einer Leiter hindurchgehen? Die meisten Menschen würden es lassen.

Es überrascht kaum, dass auch Autofahrer viele Aberglauben pflegen. Laut einer aktuellen nationalen Umfrage des Versicherungsmarktplatzes Netquote ist das Anhalten des Atems während der Tunneldurchfahrt der am weitesten verbreitete Aberglaube im Straßenverkehr. Das wirft die Frage auf: Warum halten Menschen in einem Tunnel den Atem an?

Geht es bei diesem Aberglauben darum, Unglück abzuwenden?

Etwa 30 Prozent der amerikanischen Frauen und 35 Prozent der Männer halten beim Fahren durch Tunnel den Atem an, doch was ist der Ursprung dieses populären Aberglaubens? Das ist umstritten. Einige Fahrer glauben, dass diese Handlung Unglück verhindern soll. Andere sind der Meinung, dass ein Wunsch in Erfüllung geht, wenn man den Atem über die gesamte Tunnelstrecke anhält.

Mögliche Ursprünge könnten der Glaube sein, dass die Tunnelluft Kinder mit Keuchhusten heilen könne – was wiederum verlangte, dass alle anderen im Auto den Atem anhielten – oder dass die Praxis dabei hilft, Veränderungen des Luftdrucks entgegenzuwirken. Andere wiederum betrachten es lediglich als ein Spiel für Kinder auf Familienausflügen und nicht als Aberglauben über die Heilkräfte der Tunnelluft oder Ähnliches.

Weitere Aberglauben im Straßenverkehr

Das Nicht-Atmen in Tunneln ist nicht der einzige verbreitete Aberglaube bei Fahrern und Beifahrern. An zweiter Stelle steht beispielsweise das Anheben der Füße beim Überqueren einer Brücke oder von Bahngleisen. Fast ein Viertel der Befragten hält den Atem an, wenn sie an einem Friedhof vorbeifahren. Etwa genauso viele führen Glücksbringer im Auto mit sich, wie etwa einen Rosenkranz oder ein Kaninchenpfötchen. Zudem betet ein signifikanter Prozentsatz der Menschen, während sie bei Gelb über eine Kreuzung fahren – auch wenn dies nicht Teil der Umfrage war, berichten andere, dass sie gegen das Autodach klopfen, nachdem sie die Ampel erfolgreich passiert haben.

„Wir hatten erwartet, dass abergläubische Praktiken im Straßenverkehr eher unüblich sein würden, daher war es überraschend festzustellen, dass mehr als jeder fünfte Mann oder jede fünfte Frau eine Art Glücksbringer in ihrem Fahrzeug mit sich führt“, erklärt Jason Hargraves, Managing Editor von NetQuote, per E-Mail. Selbst wenn Sie selbst keinen Aberglauben im Straßenverkehr pflegen, haben Sie vielleicht Freunde oder Familienmitglieder, die es tun. Schließlich ist Aberglaube für viele Menschen ein fester Bestandteil des Fahrerlebnisses.

Urban Legends

In einer weiteren Umfrage befragte Netquote Autofahrer zu ihren häufigsten Ängsten im Straßenverkehr, einschließlich einiger klassischer Urban Legends. Die mit Abstand größte Angst bei beiden Geschlechtern ist das Anhalten durch vermeintliche Polizisten (Fake Cops). Fast die Hälfte der Frauen und mehr als ein Drittel der Männer teilen diese Befürchtung. Obwohl solche Straftaten extrem selten sind, kommen sie vor. Daher sollten Fahrer nicht zögern, nach dem Dienstausweis zu fragen, wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt.

Im Allgemeinen neigen Frauen dazu, am Steuer mehr Ängste zu haben als Männer. So haben beispielsweise mehr als doppelt so viele weibliche Fahrer (22,5 Prozent) Angst davor, dass sich jemand auf dem Rücksitz versteckt, verglichen mit Männern (11 Prozent). Etwas mehr Männer als Frauen glauben hingegen, dass Autodiebe Münzen in die Türgriffe stecken, damit die Tür offen bleibt, nachdem der Fahrer glaubt, sie verriegelt zu haben. Diese Gruselgeschichten, die wir als Kinder gehört haben, können definitiv Eindruck hinterlassen.

Hier ist ein Auto-„Aberglaube“, der dank KiwiRail und TrackSAFE NZ in Neuseeland tatsächlich Leben retten kann: Um sicher zu reisen, soll man beim Annähern an Bahngleise kräftig nach links und rechts (über die Schultern) blicken. Dies ist eine Methode, um sicherzustellen, dass Menschen wirklich in beide Richtungen schauen, wenn sie die Gleise erreichen, was nachweislich Leben retten kann. Informationen dazu finden Sie auch bei deoge.

AUTOR

Sabine Klein

Food-Journalistin

Sabine Klein ist Verkehrspsychologin und Sicherheitsexpertin mit Fokus auf Fahrsicherheit und Unfallprävention.

2 Idee über “Warum hältst du den Atem an in einem Tunnel? Und andere Aberglauben beim Fahren

  1. Anna Müller sagt:

    Ich halte tatsächlich den Atem an, wenn ich durch einen langen Tunnel fahre – irgendwie glaube ich, dass es Unglück abwendet.

  2. Thomas Schmidt sagt:

    Bei mir ist es eher das Klopfen auf das Armaturenbrett, wenn ich einen Tunnel sehe; sonst fühle ich mich unwohl.

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