Die Möglichkeit,einen Elch zu treffen, wenn man in Schweden unterwegs ist, ist kein Scherz. Deshalb führen schwedische Automobilhersteller schon seit Jahrzehnten den Elchtest an ihren neuen Fahrzeugen durch. Andere Hersteller haben die anspruchsvolle Bewertung später ebenfalls übernommen, wofür heute die Verbesserung der Fahrstabilitätskontrollsysteme in Fahrzeugen weltweit zugeschrieben wird.
Was ist der Elchtest?
Der Trockenfahrbahn-Test, alias der Elchtest, ist unkompliziert. Das zu bewertende Fahrzeug schwenkt schnell in die linke Fahrspur – als ob es ein Hindernis in seiner eigenen Fahrspur ausweichen würde – und wechselt unmittelbar wieder in die rechte Fahrspur, um dem Gegenverkehr auszuweichen. Der Test wird bei steigenden Geschwindigkeiten wiederholt, bis das Fahrzeug Kegel umstößt, ins Rutschen gerät oder überschlägt. Je schneller man fahren kann, während die Kontrolle erhalten bleibt, desto sicherer ist das Fahrzeug.
Wer hat den Elchtest erfunden?
Der Name „Elchtest“ geht auf den schwedischen Journalisten Robert Collin aus dem Jahr 1997 zurück, als er beim Durchführen des Tests einen neuen Mercedes‑Benz umdrehte – ein Manöver, das er später mit einer Reaktion verglich, die man machen würde, um bei hoher Geschwindigkeit einen Elch zu umgehen. Mercedes‑Benz modifizierte die Aufhängung und machte sein Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) für das Modell serienmäßig.
Bald schonmerksamten sich große Automobilhersteller und Kunden für Stabilitätsfeatures. Schließlich machten die Europäische Union, Australien, Kanada und die USA die Stabilitätskontrollsysteme in allen Neufahrzeugen verpflichtend. Trotz seiner Bedeutung und Popularität ist der Elchtest gelegentlich umstritten.
Welches Auto hat die beste Elchtest‑Bewertung?
Also welches Auto führt in den Elchtest‑Ranglisten? Der Citroën Xantia Activa aus dem Jahr 1999, der vor dem Kontrollverlust 52,8 Meilen pro Stunde erreichte, hält bis heute den Rekord für die höchste Geschwindigkeit, die je bei diesem berüchtigten Test erreicht wurde. Damals waren alle Citroën‑Modelle mit einer selbstnivellierenden hydropneumatischen Fahrwerkstechnik ausgestattet, im Gegensatz zu den damals üblichen Federn und Stoßdämpfern. Der Citroën Activa verfügte über eine Cadillac‑ähnliche Fahrwerkstechnik, die ein schnelles und präzises Durchfahren von Kurven ermöglichte.
Autounfalltests beinhalten nicht immer menschliche Dummys. In Kanada, Finnland, Schweden und anderen kalten Regionen werden Fahrzeuge mit „Mooses“, also Elch‑Dummys, getestet. In Australien wird ein Känguru‑Crash‑Test‑Dummy verwendet, während das in den USA ansässige Solvit Products ein 75‑Pfund‑Hund‑Dummy entwickelte, um dessen pet‑basierte Fahrzeugrestriktionssysteme zu prüfen.


Mein kleiner Stadtflitzer würde wahrscheinlich beim Ausweichen ins Schleudern geraten.
Mein SUV hat stabilen Spurhalteassistenten, den Elchtest würde es sicher bestehen.